Leichenfundortsanierung
In der Anonymität der Großstädte geschieht es immer wieder, dass Menschen unbemerkt versterben und erst Tage oder Wochen später gefunden werden. Für Angehörige und Nachbarn ist das ein Schockmoment, doch im Hintergrund beginnt bereits kurz nach dem Tod ein natürlicher, aber unangenehmer Prozess. Der menschliche Körper zersetzt sich, Mikroorganismen werden aktiv und es entstehen Bakterien, Flüssigkeiten und Gase. All das führt zu dem intensiven Geruch, der vielen sofort in die Nase steigt und der sich hartnäckig in Textilien, Wänden und Böden festsetzen kann.
Wird ein Leichnam endlich entdeckt und von den Behörden abtransportiert, bedeutet das jedoch längst nicht, dass der Einsatz vorüber ist. Zurück bleiben Spuren, die – oft unsichtbar – zur Gesundheitsgefahr für jeden werden können, der die Wohnung betritt. Genau hier beginnt die Arbeit der Spezialisten.
Ausgerüstet mit Vollschutzanzügen, Handschuhen, Masken und modernster Technik nehmen autorisierte Fachkräfte die Sanierung vor. Je nach Grad der Verwesung, der Raumtemperatur und dem Zustand der Wohnung kann die Belastung stark variieren. Nicht selten müssen Tapeten, Bodenbeläge, Laminat oder Teppich vollständig entfernt werden. Betroffene Bereiche werden sorgfältig verpackt und fachgerecht entsorgt.
Nach der ersten Reinigung folgt ein entscheidender Schritt: das patentierte Kaltverneblungsverfahren. Dabei wird ein Mittel verteilt, das sich wie ein feiner Nebel über jede Oberfläche legt, in Fugen, Steckdosen, Ritzen und selbst schwer erreichbare Stellen eindringt. Dieses Verfahren beseitigt Geruchsmoleküle nicht nur oberflächlich, sondern neutralisiert sie dauerhaft. Bei Leichenfundorten enthält der Nebel zusätzlich eine desinfizierende Komponente, die Viren, Bakterien und Keime zuverlässig abtötet.
Sorgfalt und Wiederholung sind Pflicht. Darum wird die Behandlung in der Regel nach zwei bis vier Tagen erneut durchgeführt. Erst nach einer abschließenden Wischdesinfektion von Wänden, Decken, Türen, Einbaumöbeln und Böden kann die Wohnung wieder betreten und zur Renovierung freigegeben werden.
Jeder Arbeitsschritt dient einem Ziel: Sicherheit, Hygiene und eine Wohnung, die wieder nutzbar wird. Das angewandte Verfahren ist umweltschonend, gesundheitlich unbedenklich und wird ausschließlich von geschultem Fachpersonal durchgeführt. So entsteht ein Ort, der nicht nur neutralisiert ist, sondern den Angehörigen hilft, wieder nach vorne zu schauen.